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“Oh Katl, Du mit Deiner strengen Disziplin. Werd’ mal locker.”. Diesen Satz hörte ich früher oft. Von Freunden. Immer dann, wenn ich die Party als Erste verließ. Weil ich am nächsten Morgen zeitig raus wollte. Keiner verstand, dass ich mich auf mein Morgenläufchen freute, dass es kein Muss war, sondern pure Lust.

Auch mein Ziel war für viele meiner damaligen Freunde kaum nachvollziehbar. Ich peilte einen Marathon an. War völlig fokussiert und verzichtete gern auf durchtanzte und durchzechte Nächte.

Disziplin fasziniert mich heute mit Mitte 40 nach wie vor. Ein großes, verführerisches Ziel und ein herausfordernder, einzigartiger Weg locken mich. Dafür bin ich bereit, ganz paar Nettigkeiten auf später zu verschieben.

Einzige Bedingung für meine Disziplin: mein Herz muss schlagen.

Kräftig. Aus Begeisterung. Weil ich das, was ich tue, aus tiefstem Herzen will. Weil ich dafür brenne.

Spontan fällt mir Konfuzius’ schlauer Satz ein: Wenn Du liebst, was Du tust, wirst Du nie wieder in Deinem Leben arbeiten. Wie Recht er hat !!

Ich denke an alte Zeiten. Als ich noch Teil der Familienfirma war, mein Kopf vollgestopft mit eng gesteckten Grenzzäunen. Als ich zum Drama neigte. Als ich mich fast aufgab, weil ich glaubte, aus der Nummer nie wieder rauszukommen.

Ich höre die Sätze meines Vaters: ”Wenn Du hier endlich mal den Biss hättest, wie bei Deinem Training.”. Vorwurfsvoll. Fordernd. Mich dennoch nicht erreichend.

Woran lag es? Warum gelang mir hier keine Disziplin? Im Sport kriegte ich es doch hin?

Was ist Disziplin überhaupt? Abgesehen davon, dass wir den Dingen unsere ganz persönliche Bedeutung geben, steht im Duden: Ordnung, Zucht, Selbstbeherrschung.

Hm, klingt fast bissel militärisch. Oder nach DDR-Sportunterricht, wenn der Lehrer brüllte: STILLGESTANDEN !!

Sind es möglicherweise quälende Erinnerungen, die manche Menschen beim Wörtchen Disziplin zusammenzucken oder die Augen rollen lassen?

Fakt ist, dass gesunde Disziplin eine wesentliche Fähigkeit erfolgreicher Menschen ist.

Den Hintern immer wieder schwungvoll hochkriegen. Stärker sein als die faulste und vertrauteste Ausrede. Commitment leben. Durchziehen. Dranbleiben.

Gesund ist‘s dann, wenn Dein Tun flutscht, sich leicht und richtig anfühlt. Du nicht den Eindruck hast, angespannt etwas deckeln zu müssen.

Gesunde Disziplin ließ mich damals mit Anfang 20 freudvoll um 6 Uhr aus dem Bett springen und 15-20 Kilometer laufen. Mit Leichtigkeit. Ohne Mühe. Ohne Seufzer.

Ich trainierte und lief mit Herz.

Mein Herz machte den großen Unterschied zum Familien-Unternehmen.

Hier fühlte es sich für mich eher an wie ein Fluch. Ich zwang mich zum Durchhalten.

Klar, dass ich mit dieser Haltung nur Dienst nach Vorschrift schaffte.

Artiges, angepasstes Erfüllen der Erwartungen aller Anderen reicht nicht für 100% und mehr. Dir geht die Luft aus. Du fühlst Dich irgendwann leer und ausgebrannt. Und eine Frage schiebt sich früher oder später gnadenlos in Deine (kleine) Welt:

WARUM mach‘ ich das??

Wenn die Antwort darauf nicht aus Deinem Herzen kommt, kannst Du fleißig und tapfer oder feige verdrängen, wegreden, weitermachen. Du wirst irgendwann auf der Strecke bleiben.

Das Leben ist hier übrigens echt hart. Es erinnert Dich unverblümt, fast schon penetrant daran, dass es DEIN Leben ist. Es schickt Dir eine Lektion nach der anderen. Jedes Mal eine Nummer größer. Solange, bis Du kapierst. Bis Du verstehst, was Du wirklich willst. WER Du wirklich bist.

Und solange, bis Du Dein starkes WARUM gefunden hast.

Den Sinn hinter Deinem Tun. Die mächtigste Motivationsquelle, die tief in Dir drinnen sprudelt.

Jenes Ding, das Dich jeden Tag mit Leichtigkeit machen, handeln, dranbleiben und durchhalten lässt.

Nette Annehmlichkeiten vorübergehend nicht zu tun, stellt für Dich keinen Verzicht dar. Im Gegenteil, Du weißt, dass Du Dir diese Sachen in ein, zwei, drei Jährchen locker und zehnfach erfüllen bzw. Dich ihnen widmen kannst.

Mit einem starken WARUM geht Dein Tun leicht.

Du handelst ohne jeglichen Zwang. Aus Dir heraus. Verbiegen, Anpassen und das Erfüllen anderer Erwartungen sind dann – ENDLICH – Vergangenheit. Alle abweichenden Versuche tragen knallhart das Prädikat „Ungesund“.

Meine Botschaft an Dich:

• Du gibst allen Dingen ihre Bedeutung. Du kannst Disziplin zu etwas Bedrohlichem aufbauschen. Oder Du siehst sie als wunderbare Unterstützerin beim Verwirklichen Deiner Ziele.

• Vermeide das Wort „muss“. Tausche es aus mit „darf“. Dann ist Disziplin nicht (mehr) etwas machen zu müssen, sondern etwas machen zu dürfen. Wie genial !!

Hinterfrage, was Dich (zwanghaft) antreibt oder ausbremst. Hier lohnt sich der Blick in Deine Herkunftsfamilie. Sowas von !!

Sei stärker als Deine faulsten, vertrautesten Ausreden. Eine noch so kleine Ausnahme verleitet zur trägen Gewohnheit.

• Finde Dein starkes WARUM. Deinen emotionalen Turbo. Den Sinn hinter Deinem Tun.

Formuliere ein großes, leuchtendes Ziel. Deinen strahlenden Lohn für’s Zähne-Zusammenbeißen und Über-Dich-Hinauswachsen.

• Stelle Dich der unbequemen Frage: Was passiert, wenn nichts passiert? Wie sieht Dein Leben aus in 5, 10, 15 Jahren? Wie fühlt sich das an? Eine verlockende Aussicht? Oder ein beeindruckender Grund, Disziplin in Deinem Leben zu bejahen und freudig zu integrieren?

• Besinne Dich auf Dein stärkstes Lebensprogramm:

Selbstliebe.

Dein (unbewusstes, unglaublich machtvolles) Denken über Dich – Hast Du’s drauf? Bist Du gut genug? Kriegst Du’s hin? – entscheidet ALLES !!!!!

Meine Disziplin ist eine coole, taffe Begleiterin. Ich mag sie. Und sie mag mich.

Wir sind ein klasse Team. Sie lässt mich machen, stärkt mir den Rücken oder tritt mir auch mal in‘ Hintern, wenn der Durchhänger sich zum Dauerhänger zu mausern droht.

Und wie steht’s so mit Euch Beiden? Dir und Deiner Disziplin? Schwatzt mal (wieder) zusammen !!

Herzlich, Katrin