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Kinder lieben Geschichten. Sie hören fasziniert zu, saugen jedes Wort auf und verfolgen gebannt die Reise ihrer Helden.

Erinnerst Du Dich daran? Und wie begeistert Du danach Deine Lieblingserzählung nachgespielt hast? Meistens warst Du selbst der tapfere Ritter, die schöne Prinzessin, die schlaue Fee. Nix und niemand konnte Dich aufhalten. Du warst eine stolze Heldin, ein wahrer Held.

Später als Erwachsener spielst Du weiter die Hauptrolle in Deinen Geschichten. Allerdings mit dem Unterschied: Aus Kleinigkeiten wurden im Laufe der Jahre Großigkeiten. Nix mit Happy End, sondern Drama pur.

Du erzählst, wie schwer das Leben Dir mitspielt, wer Dich alles irgendwann verletzte, was total blöd lief, warum Du etwas nicht erreichen konntest, wer die Schuld dafür trägt (natürlich JEDER außer Dir selbst), was alles nicht ging und geht usw.usf.

Deine Begründungen sind beeindruckend. Die Details bis ins Kleinste ausgeschmückt.

Hut ab. Du bist eine wirklich gute GeschichtenerzählerIn.

Das Blöde daran ist, dass Du Deine Story mit jedem Mal ein Stückchen mehr glaubst und dabei nicht bemerkst, wie tief Du in die Mir-geschieht-Rolle reinrutschst.

Mit anderen Worten: Du spielst überzeugend das Opfer.

Weißt Du, ich war viele Jahre selbst eine brillante Geschichtenerzählerin.

Jedem, der mir über den Weg lief, berichtete ich ausführlich, warum und auf welche Weise ich im Familien-UN gelandet war, weshalb ich da festhing und nichts verändern konnte.

Heute im Rückblick war das eine zutiefst frustrierende und lähmende Position. Ein guter Freund brachte es damals auf den Punkt:

LIEBE KATL, ES GIBT KEINE ERFOLGREICHEN OPFER.

Wow! Obwohl ich ihn eine ganze Weile nicht mehr mochte, war diese Ansage einer meiner wichtigsten Aufrüttler.

Opferdenken – Suche von Ursache und Lösung bei anderen Menschen und den äußeren Umständen – ist der verlässlichste Killer von Lebensfreude, Fröhlichkeit und Erfolg.

Den meisten Menschen ist kaum bewusst, dass sie bevorzugt als Drama-Queen oder Drama-King unterwegs sind.

Tag für Tag wird gejammert, gemeckert, lamentiert und geschimpft. Über das schwere Leben, die dramatische Kindheit, den blöden Ex, die schlechten Zeiten, den schwachen Euro, den Chef, die Kollegin, Vater Staat, das Finanzamt, den Mond, den Wind, das Wetter.

Jammern wird schnell zur Gewohnheit. Und ab da zur gelebten Grundrichtung in Deinem Leben.

Ziemlich fatal, wenn Du bedenkst, dass Deine Gedanken Deine Wirklichkeit werden. Ganz nüchtern bewiesen von der Hirnforschung.

Wenn Du also glaubst, dass Du ein armes, kleines Würstchen bist, nix drauf hast, die Welt böse und schlecht ist und Dir an jeder Ecke große Gefahr droht, holst Du Dir genau das mit 100%iger Verlässlichkeit in Dein Leben.

Echt harter Tobak. Jedoch kommst Du an dieser Erkenntnis nicht vorbei, wenn Du wirklich Dinge in Deinem Leben verändern willst.

Bist Du bisher Klagen gewohnt, und hast Du gelernt, Tag für Tag Drama zu inszenieren, dann brauchst Du eine Riesenladung Willen, Fokus und Disziplin, um die gewohnten Schleifen zu unterbrechen.

Dein Leben ist eine einzige Aneinanderreihung von Geschichten.

Das Schöne daran ist, Du entscheidest jeden Tag neu, welche Du erzählst. Wärmst Du die alten Dinger immer wieder auf? Oder schreibst Du um? Und nimmst ihnen damit Wucht und Bedeutung?

Ich will Dich unbedingt ermuntern und bestärken. Die Umerzählung funktioniert !! Und was ich geschafft habe, schaffst Du locker genauso.

Meine Botschaft an Dich:

1. Du alleine hast es in der Hand, in welche Richtung Dein Leben ab sofort läuft. Bleibst Du hocken im alten Müll? Oder brichst Du auf in Fülle, Liebe, Erfolg und Freiheit?

2. Mach‘ Deine dramatische Story harmlos. Schreibe sie auf. Wort für Wort und ausgeschmückt bis zum Anschlag. Genauso wie Du sie bisher immer zum Besten gabst.

3. Hast Du sie aufgeschrieben, holst Du Dir eine enge Freundin und Vertraute ins Boot oder stellst Dich vor den Spiegel. Dort liest Du Deine Sätze völlig übertrieben in Lautstärke und Betonung vor. Spiele Theater. So richtig. Irgendwann wirst Du lachen. Dein Drama ist geplatzt. Puff. So schnell kann’s gehen.

4. Und nun schreibst Du Deine Geschichte neu auf. Fröhlich und mit HAPPY END. DAS GEHT!  Probier‘ es aus.

5. Du liest Dir die neue Variante ab sofort immer wieder durch. Du wirst sie ab sofort überall erzählen. Voller positiver Emotionen. So lange, bis Du sie glaubst.

Vielleicht bist Du jetzt empört. Weil Du an Deiner alten Geschichte nicht rütteln willst. Du hast über Jahre ganz viel Herzblut in ihre Glaubwürdigkeit gesteckt.

Weißt Du, sie darf das gerne für Dich bleiben. Du allein triffst die Entscheidung, ob Du zwingend Recht behalten oder erfolgreich und glücklich sein willst.

Ich hab‘ mich für die Sonnenseite entschieden. Für Fröhlichkeit, Freude und Fülle.

Ich hab‘ erkannt, warum die Dinge in meinem Leben genauso liefen, wie sie liefen.

Ich hab‘ die volle Verantwortung dafür übernommen und genieße heute die geniale Mischung aus Selbstwirksamkeit, purer Lebenslust und Erfolg.

Meine Story ist umgeschrieben. Ich bin frei für das Jetzt und eine neue, faszinierende Zukunft.

Ich glaube an mich selbst und bin zutiefst überzeugt, alles zu rocken.

Kürzlich in der Meditation erkannte ich, dass meine Vergangenheit eine wunderbar friedliche (geworden) ist. Hinter mir sind Licht, Stärkung und Liebe. Ein weiterer Befreiungsschlag. Ein besonders wohltuender.

Also, komm‘ bitte raus aus dem Jammertal. Zelebriere Dankbarkeit. Besinne Dich auf die Dinge, die Du hast. Erzähle ab sofort neue, fröhliche Geschichten.

Fülle und Freude sind Dein Geburtsrecht.

Hol‘ sie Dir zurück. Lass sie (wieder) rein in Dein wunderbares Leben.

Herzlich, Katl

PS: Welcher Geschichte ziehst Du noch heute den Drama-Zahn? Welches Happy End baust Du ein? Ich bin neugierig und freu‘ mich auf Deinen Kommentar.