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Ostsee-Urlaub. Für mich gibt’s einfach nix Schöneres, als mich nach einem stürmischen Herbstspaziergang am Strand mit erfrischtem Gemüt, roter Wetternase, einem Cappuccino und meinem Rechner ins Hotel zu setzen und in dieser gemütlichen Nachmittagsstimmung einen Blogartikel zu schreiben. Ich liebe es !!

Meine Finger flitzen über die Tastatur. Der salzige Ostseewind, herrliche Weite und dieser ganz bestimmte Hauch von grenzenloser Freiheit haben ganze Arbeit geleistet.

Neugierig spricht mich eine Frau an. Wir kennen uns vom Frühstücksbuffet. Die übliche Urlaubsvertrautheit.

Ob ich Arme im Urlaub arbeiten muss, will sie wissen. Oder etwa ein Workaholic bin?

Hm, weder noch. Arbeiten „müssen“ kenn‘ ich nicht (mehr). Über den Workaholic grübel‘ ich erstmal kurz.

Die Dame nimmt mir eine Antwort ab und meint: Nie im Leben würde sie in ihrer Freizeit arbeiten. Sch ….. Job. Die paar Jahre bis zur Rente kriegt sie auch noch rum.

Huch, jetzt will ich wissen, wie viele Jährchen sie da noch vor sich hat? DREIZEHN !!

Die nette Dame schenkt mir noch einen bedauernden Blick und lässt mich mit meinem Staunen sitzen.

Mein Schreibfaden ist weg. Ich lehne mich zurück und versuche die „13“ irgendwie zu fassen.

Ich hab‘ noch nie gezählt, wie viele Jahre ich noch „arbeiten muss“. Ich trenne auch nicht in Arbeitszeit und Freizeit. Ich stehe morgens auf und freue mich auf das, was ich tue. Weil ich es liebe und mit ganzem Herzen dabei bin.

Es fällt mir verdammt schwer, mir vorzustellen, wie es ist, Tag für Tag einen Job zu machen, den ich als Belastung empfinde.

Auf einmal macht sich Erinnerung breit an damals, als ich noch verstrickter Teil der elterlichen Firma war. Ein kurzes Aufflackern vergangener Gefühle, die „eigentlich“ längst abgehakt sind.

Mir wird schlagartig klar, welche Wandlung ich in den letzten Jahren vollzogen habe. Vom Arbeitsfrust zur Arbeitslust.

In diesem Moment empfinde ich Dankbarkeit. Tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich irgendwann mutig war und ausgebrochen bin.

Mein neues Projekt war ich selbst incl. aller dazu gehörenden kleinen und großen Wachstumsschmerzen. Ich begegnete den richtigen Menschen, ich zog die richtigen Bücher aus dem Regal, hörte die richtigen Vorträge und besuchte die richtigen Seminare.

Heute lebe und mache ich MEIN Ding. Für mich der Inbegriff von Freiheit.

Meine Botschaft an Dich: Spüre in Dich rein. Bist Du wirklich glücklich mit dem, was Du tust? Oder regt sich in Dir etwas, das Du immer wieder oder immer noch deckelst?

Meinst Du, zu alt zu sein für Hinterfragen und Veränderung?

Erfüllst Du Deine eigenen Bedürfnisse? Oder noch immer die Erwartungen aller anderen?

Wovor hast Du Angst? Wie sicher ist Sicherheit?

Wie findest Du überhaupt heraus, was Du wirklich willst, und wer Du wirklich bist?

Fragen über Fragen. Und auch hier beginnt die Reise mit einem ersten Schritt: Wende Dich aufmerksam Deiner inneren Stimme zu, und zwar v.a. genau dann, wenn Du den Dialog am liebsten und üblicherweise abbrichst. Weil’s weh tut, oder Du unbequeme Sachen hörst.

Wo die Angst ist, ist übrigens der Weg. Nicht dort, wo Du Dich sicher fühlst und locker aufspielst.

Du musst nicht von heute auf morgen alles über den Haufen werfen. Veränderung ist ein Prozess.

Als ich mit der Ausbildung zum Systemischen Coach startete, hatte ich keinen Hauch von Ahnung, was genau ich damit anfangen werde. Es interessierte mich „einfach nur“. Mein Herz machte Sprünge beim Lesen der Kursbeschreibung. Und das reichte mir für eine Anmeldung.

Deswegen: Geh‘ los !! Mach‘ den ersten, sachten Schritt nach draußen !! Alles andere, was Du noch wissen musst, passiert und lernst Du unterwegs beim Gehen.

Wenn Du diesen einen Schritt setzt, kommt Dir das Leben mit mindestens dreien entgegen.

Hab‘ ich ausprobiert und kann es Dir mit bestem Gewissen bestätigen.

Und noch was: Während Du das Alte noch tust, darf das Neue schon wachsen. Eine Zeit lang funktioniert beides wunderbar nebeneinander. Auch meine persönliche Erfahrung.

Irgendwann geht dann „zurück“ nicht mehr. Einmal wirkliche Freiheit geschnuppert – fern von Scheinsicherheiten – zählen nur noch der Aufbruch und die Freude auf das, was kommt.

Dir ist viel mehr möglich, als Du genau in diesem Moment glaubst.

Du kannst viel mehr erreichen, als Du Dir jetzt gerade vorstellen magst und vorstellen kannst.

Du bist mächtig. Du bist stark. Ich glaube fest an Dich !!

Herzlich, Katrin